
Silvester. Für uns bedeutet das Raclette, Wunderkerzen, gute Vorsätze, die wir am 2. Januar schon wieder vergessen haben, und ein bisschen Chaos mit Konfetti-Kanonen. Für unsere Haustiere ist Silvester hingegen vor allem Stress. Als Haustierbesitzerin und Blogautorin habe ich diese Erfahrung zum Jahreswechsel schon machen dürfen, inklusive zitterndem Vierbeiner unterm Sofa und Katzen, die die Welt nicht mehr verstehen und für 48 Stunden beschlossen haben, unsichtbar zu sein. Für unseren tauben Hund ist der Tag hingegen ein Glücksgriff, denn er verschläft die Jahreswende gerne.
In diesem Beitrag möchte ich erklären, warum Silvester für unsere Hunde und Katzen so schwierig ist, und Tipps geben, was wir vor, während und nach dem Feuerwerk tun können und was wir lieber lassen sollten. Mit Herz, Verstand und einer Prise Humor.
Warum Silvester für Haustiere so stressig ist!
Wenn wir ein „schönes Feuerwerk” hören, denken Hunde und Katzen eher, es sei der Weltuntergang mit Knalleffekt. Tiere haben ein viel feineres Gehör als wir. Ein Böller in weiter Entfernung kann sich für sie anfühlen, als würde er direkt neben ihrem Napf explodieren. Vor allem Hunde haben Angst vor Feuerwerk, weil sie die Geräusche nicht einordnen können. Sie denken nicht: „Ah, heute ist Silvester, gleich gibt’s Käsehäppchen.” Sie hören nur laute, plötzliche Knallgeräusche, die wie aus dem Nichts kommen.
Tiere lieben Routinen. Silvester ist das genaue Gegenteil: ungewohnte Geräusche, hektische Menschen und fremde Gerüche von Rauch und Pulver. Katzen sind an Silvester oft gestresst, weil sie Veränderungen in ihrer Umgebung sehr sensibel wahrnehmen.
Wichtig: Angst ist keine Marotte und kein „Drama”. Wenn ein Tier Angst hat, dann ist diese Angst real. Es ist egal, ob der Hund „sonst so mutig” ist oder die Katze „eigentlich alles ignoriert”.
Vorbereitung ist alles: Was du vor Silvester tun kannst.
Ihr solltet früh planen, am besten vor dem 31.12., damit ihr alle entspannt feiern könnt.
Hunde sollten am Silvestertag besser schon früher Gassi gehen, gut gesichert mit Leine, Geschirr und einer Adresse am Halsband, für den Fall, dass doch jemand vor Schreck den Turbo einlegt.
Katzen, vor allem Freigänger, bleiben spätestens ab dem späten Vormittag drinnen. Die Katzenklappe bleibt an diesem Tag ebenfalls geschlossen.
Wichtig für alle Vierbeiner: Rückzugsorte vorbereiten. Ob Schlafzimmer, dunkles Bad oder Höhle unter dem Tisch, Hauptsache, sie sind sicher und werden freiwillig genutzt. Manche Tiere kuscheln, andere tauchen ab beides ist völlig okay. Gegen den Lärm helfen geschlossene Fenster, Vorhänge oder Rollläden sowie leise Musik und/oder der Fernseher. Absolute Stille sollte vermieden werden, da sanfte Geräusche den Tieren mehr Sicherheit geben. So wird der Jahreswechsel auch für unsere Fellnasen etwas entspannter.

Hunde an Silvester: Was hilft wirklich?
Auch wenn du innerlich nervös bist, solltest du Ruhe ausstrahlen.
Hunde sind nämlich Meister darin, unsere Stimmung zu lesen. Wenn wir hektisch sind, ständig aufspringen oder nervös reden, denkt der Hund: „Okay, hier stimmt wirklich was nicht.“
👉 Also: ruhig bleiben, sich normal verhalten und keine große Silvester-Show abziehen.
Lass Nähe zu, aber zwinge sie nicht auf.
Manche Hunde möchten an Silvester am liebsten in uns hineinkriechen. Andere wiederum brauchen Abstand. Beides ist völlig in Ordnung.
- Streicheln Sie den Hund, wenn er das möchte und Ihre Nähe sucht.
- Sprechen Sie ruhig mit ihm, das hilft oft.
- Vermeiden Sie Mitleids-Marathons oder das Hervorheben von stressigen Situationen.
Wenn der Hund es zulässt, beschäftige ihn. Ein noch ansprechbarer Hund kann von sanfter Ablenkung profitieren. Versuche es mit:
- Kauartikel, die er besonders gerne mag.
- Schnüffelspiele zur Ablenkung mit Belohnung
- Ihr könnt auch gerne mal ruhige Intelligenzspiele ausprobieren.
Wichtig: Wenn der Hund komplett im Angstmodus ist, ist Beschäftigung keine gute Idee. Dann gilt nur eins: Gib ihm Sicherheit!

Katzen und Silvester: Stress vermeiden, Vertrauen stärken!
Katzen brauchen Kontrolle – oder sie sollten zumindest das Gefühl davon haben. Wenn Katzen an Silvester Stress haben, zeigt sich das oft auf subtile Weise.
- Sie fressen weniger als gewohnt.
- Sie verstecken sich gerne an Orten, an denen sie keiner finden kann.
- Sie reagieren schreckhaft, oft sogar sehr schreckhaft, auf alles.
Hier gilt: Ziehe sie nicht heraus und bedränge sie auch nicht. Lass sie frei entscheiden. Wenn deine Katze den Abend unter dem Bett verbringen möchte, ist das ihr persönliches Wellness-Spa.
Vertraute Gerüche und Routinen
- Legen Sie die Lieblingsdecke hin.
- Wichtig ist, dass ihr die gewohnten Fütterungszeiten einhaltet.
- Räume an diesem Tag nicht plötzlich um.
Die gewohnten Abläufe sind Ihnen sehr wichtig, denn sie vermitteln Ihnen ein Gefühl von Sicherheit. Zudem sollten Sie dafür sorgen, dass Fenster und Balkone sicher sind, denn auch Wohnungskatzen können in Panik versuchen zu flüchten. Deshalb:
- Die Fenster sollten nur mit Sicherungen gekippt geöffnet werden.
- Der Balkon sollte an diesem Tag dagegen geschlossen bleiben.
Fazit: Die Sicherheit unserer Stubentiger geht vor Neugier.
Was hilft während des Feuerwerks und was sollte man lieber lassen?
Während draußen Raketen um die Wette knallen, gilt drinnen:
Das hilft:
- ruhig bleiben
- Bleibe bei deinem Tier, wenn es Nähe sucht.
- Lass Hintergrundgeräusche laufen.
- Lass das Licht an, denn Dunkelheit und Knall zusammen sind besonders gruselig.
Das solltest du auf keinen Fall tun:
- Das Tier alleine lassen, damit es sich daran gewöhnt.
- Schimpfen oder ungeduldig reagieren
- Den Hund draußen Gassi führen, wenn es schon knallt.
- Katze zwingen, „doch mal rauszukommen“.
Und ganz wichtig: Die Angst sollte weder ignoriert noch dramatisiert werden. Die beste Mischung ist einfühlsam, ruhig und präsent.
Typische Fehler an Silvester mit Haustieren
„Das muss er halt aushalten“
Nein, das muss er nicht. Angst verschwindet nicht durch Ignorieren.
„Der hatte letztes Jahr keine Angst“
Tiere verändern sich. Erfahrungen verändern sich. Was letztes Jahr noch in Ordnung war, kann dieses Jahr schwierig werden.
„Einmal kurz vor die Tür geht schon“
Leider nein. Gerade um Mitternacht sind unvorhersehbare Knaller das größte Risiko vor allem für Hunde.
Neujahr: Nachsorge für Hunde und Katzen.
Ruhe, Ruhe und noch mehr Ruhe
Der 1. Januar ist kein Tag für große Abenteuer. Spaziergänge können kürzer ausfallen und Katzen können ihr Versteck weiter genießen. Nach Silvester sollte man mit Köpfchen aufräumen: Draußen lauern oft noch Böllerreste, hier heißt die Devise: gucken ja, aufnehmen nein.
Hunde dürfen schnüffeln, Katzen bleiben lieber drinnen, solange es noch knallt oder nach Feuerwerk riecht. Beobachte deine Tiere, aber bewerte sie nicht.
Manche Tiere brauchen ein bis zwei Tage, um wieder ganz „bei sich“ anzukommen. Das ist normal. Geduld ist hier das größte Geschenk.

Fazit: Silvester geht auch tierfreundlich
Haustiere brauchen an Silvester vor allem eines: Verständnis. Zwar können wir das Feuerwerk nicht abstellen, aber wir können den Rahmen so sicher und ruhig wie möglich gestalten.
Mit Vorbereitung, Empathie und realistischen Erwartungen kommen wir gemeinsam mit Hunden, die Angst vor Feuerwerk haben, oder mit Katzen, die unter Silvester-Stress leiden, ins neue Jahr.
Und ganz ehrlich: Wenn wir den Jahreswechsel lieber mit Felsnase auf dem Sofa als draußen mit Sektglas und Böller verbringen, dann ist das vielleicht gar kein Verzicht, sondern ein ziemlich guter Start ins neue Jahr.